Für Eltern und Bezugspersonen kann es dann aber sehr herausfordernd sein, diese körperlichen Signale zu verstehen und richtig zu übersetzen. Denn warum bekommt das eigene Kind zum Beispiel plötzlich Kopfschmerzen, obwohl es gar nicht krank ist? Und auch früher noch nie Kopfschmerzen hatte.
Warum ist es auf einmal so rastlos oder zieht sich zurück, wenn scheinbar nichts passiert ist und es früher doch immer so unbeschwert fröhlich war? Die Antwort auf Fragen wie diese liegt ganz oft in den Emotionen. Die Kinder aber nun mal eben noch nicht in Worte fassen können. Was auch viele Erwachsene nicht können.
Warum Kinder oftmals ihren Körper sprechen lassen
Unsere Fähigkeit, die eigenen Gefühle bewusst wahrzunehmen und auch verbal auszudrücken, entwickelt sich erst mit der Zeit. Und bei manchen auch gar nicht…
Besonders kleine Kinder spüren ihre Emotionen oft nur als körperliche Empfindungen: Wut als ein Druck in der Brust, Angst als Enge im Hals oder Traurigkeit als Schwere im Bauch. Anstatt ihren Eltern zu sagen: „Ich habe Angst“, könnte ein Kind also vielmehr über Bauchweh klagen. Und anstatt zu sagen: „Ich fühle mich unsicher und alleine“, wird es vielleicht unruhig, hat Bauchweh oder klammert sich an Bezugspersonen. Obwohl der wahre Grund der ist, nicht alleine in den Kindergarten gehen zu wollen. Der Körper übernimmt für die kleinen Menschen die Sprache der Seele – und sendet Signale, die wir als Erwachsene entschlüsseln und richtig übersetzen sollten.
Häufige körperliche Zeichen für unausgesprochene Emotionen
Jedes Kind reagiert individuell auf emotionale Belastungen. Einige körperliche Ausdrucksformen sind dabei aber besonders häufig:
- Bauchschmerzen oder Kopfschmerzen
Oft ein Zeichen für Stress, Ängste oder innere Konflikte
Kinder drücken so aus, dass ihnen „etwas im Magen liegt“ oder sie „etwas nicht aushalten können“ - Unruhe und Hyperaktivität
Manche Kinder wirken immer überdreht oder ständig in Bewegung, wenn sie innere Anspannung nicht loswerden können
Dies kann auch auf unterdrückte Wut, Unsicherheit oder Überforderung hindeuten - Erschöpfung oder Antriebslosigkeit
Rückzug, Müdigkeit oder Lustlosigkeit mit anderen Kindern zu spielen können oft ein Zeichen für Traurigkeit, Hilflosigkeit oder auch Überforderung sein.
Kinder wissen nicht wie sie ein „Ich fühle mich überfordert“ ausdrücken können – stattdessen fehlt ihnen einfach die Energie und sie verlieren ihren Antrieb. - Schlafprobleme oder Albträume
Emotionale Belastungen verarbeiten sich oft im Schlaf.
Insbesondere wiederkehrende Albträume können hier auf ungelöste Ängste oder Unsicherheiten hinweisen. - Bettnässen oder Daumenlutschen
In Stresssituationen fallen Kinder manchmal in frühere Verhaltensweisen zurück.
Dies geschieht ganz unbewusst uns stellt den Versuch dar so wieder Sicherheit und Geborgenheit im Außen zu finden. - Appetitveränderungen
Manche Kinder essen plötzlich viel weniger oder viel mehr, wenn sie emotional belastet sind.
Essen (oder auch dessen Verweigerung) kann immer eine unbewusste Strategie sein, um mit Gefühlen umzugehen.
Wenn die Seele einsam ist deckt sie diese Einsamkeit gerne mit essen zu.
Wie wir Kindern helfen können, ihre Gefühle auszudrücken
Als Erwachsene können wir unsere Kinder dabei unterstützen, eine gesunde Verbindung zu ihren Gefühlen zu entwickeln und diese auch auszudrücken. Indem wir ihnen helfen und zeigen, dass ihre Emotionen gesehen und vor allen Dingen auch ernst genommen werden.
Schritt 1: Zuhören, ohne zu bewerten
Wenn ein Kind körperliche Beschwerden äußert, nicht gleich abtun mit Aussagen wie „Ach, du hast doch gar nichts. Ist doch eh alles gut bei dir“.
„Wann fühlst du das?“
„Gibt es etwas, das dich gerade beschäftigt?“
Manchmal wissen Kinder selbst nicht, was los ist – dann hilft es, für sie da zu sein und ihnen zuzuhören. Und ganz besonders sie ernst zu nehmen!
Schritt 2: Gefühle benennen und normalisieren
Gemeinsam lernen Worte für die Emotionen finden: „Es klingt, als wärst du vielleicht traurig. Kann das sein?“
Dem Kind zeigen, dass alle seine Gefühle okay sind: „Manchmal hat man Angst, das ist ganz normal. Mit geht es genauso.“
Schritt 3: Sicherheit geben
Kinder brauchen immer das Gefühl, dass sie mit ihren Emotionen nicht allein sind und so sein und fühlen dürfen, wie sie sind.
„Egal was du fühlst, ich bin für dich da. Du kannst dich immer auf mich verlassen. Ich passe auf dich auf!“ – diese Botschaft gibt Halt und Sicherheit.
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