Ein Blick ins Unterbewusstsein – Wie psychosomatische Beschwerden entstehen können

Psychosomatik

Während die Psychosomatik den Fokus darauf legt, wie psychische Prozesse den Körper beeinflussen, fragt die Psychoanalyse: Warum haben wir denn eigentlich bestimmte psychische Muster? Wo kommen die her und warum beeinflussen sie uns und unser Verhalten bis heute?

Sigmund Freud, der Begründer der Psychoanalyse, war schon davon überzeugt, dass viele unserer Konflikte unbewusst sind. Sie schlummern tief in uns, beeinflussen uns aber dennoch. Immer. Egal ob wir wach sind oder schlafen. Und wenn sie von uns nicht auf einer bewussten Ebene gelöst werden, was oftmals aber gar nicht möglich ist, weil sie uns ja eben nicht bewusst sind, suchen sie sich andere Wege. Meist über den Körper.

Deshalb möchte ich euch gerne

Ein paar zentrale Konzepte aus der Psychoanalyse vorstellen

die dir helfen, deine möglichen psychosomatischen Reaktionen besser zu verstehen:

🤓 Verdrängung
Unangenehme Gefühle oder Erinnerungen werden ins Unterbewusstsein geschoben. Doch unser Körper vergisst nichts….

🤓 Abwehrmechanismen
Um uns vor schmerzhaften Emotionen zu schützen, entwickeln wir unbewusste Strategien, wie zum Beispiel die Vermeidung von negativen Gefühlen durch Ablenkung oder Rationalisierung, was bedeutet, dass wir uns diese Gefühle auf rationaler Ebene selbst erklären wollen.

🤓 Übertragung
Oft reagieren wir auf gegenwärtige Situationen mit alten, in der Kindheit erlernten Mustern. Auch wenn diese schon längst nicht mehr passend sind, reagieren wir auch als Erwachsene ganz automatisch noch genau so wie früher.

🤓 Das Unbewusste beeinflusst den Körper
Ängste, Selbstzweifel oder unverarbeitete Konflikte können sich in Symptomen wie Migräne, Hautausschlägen oder chronischer Erschöpfung äußern.

Die Sprache des Körpers verstehen – Eine neue Perspektive auf Symptome

Wenn wir anfangen, körperliche Beschwerden als Botschaften unserer Psyche zu erkennen, eröffnen sich für uns ganz neue Möglichkeiten. Nehmen wir diese vier Symptome mal als Beispiel:

💫 Kopfschmerzen - Wo oder über was „zerbreche“ ich mir zu viel den Kopf?

💫 Rückenschmerzen - Trage ich in meinem Leben vielleicht zu viel Verantwortung oder Lasten, die mich auch emotional belasten?

💫 Magenschmerzen - Gibt es etwas, das ich „nicht verdauen“ kann, sei es ein Ereignis oder ein Konflikt?

💫 Atemnot - Fühle ich mich von etwas, oder jemanden eingeengt, unter Druck gesetzt oder innerlich eingesperrt?

 

Diese Fragen bedeuten aber natürlich nicht, dass alle körperlichen Beschwerden immer nur psychischen Ursprungs sind. Natürlich gibt es auch organische Ursachen, die unbedingt medizinisch behandelt werden müssen. Doch gerade chronische Beschwerden oder diffuse Symptome ohne klare organische Ursache haben oft auch eine psychosomatische Komponente.

 

Wie können wir Körper und Seele in Einklang bringen?

Die gute Nachricht: Wir sind unserem eigenen Unbewusstsein nicht ausgeliefert. Sobald wir anfangen, unsere inneren Konflikte zu erkennen und achtsam mit uns selbst umzugehen, können wir auch ganz aktiv unsere Gesundheit beeinflussen. Dafür gibt es ein paar einfache Regeln:

 

  1. Bewusstwerden statt Verdrängen

🫶 Sich selbst fragen: Welche Gefühle unterdrücke ich vielleicht?

🫶 Tagebuch schreiben, um deine Gedanken und Emotionen für dich selbst sichtbar zu machen.

🫶 Gespräche mit Freunden oder ggf. auch einem Therapeuten suchen, um deine eigenen dysfunktionalen Muster zu erkennen.

 

  1. Den eigenen Körper ernst nehmen

🫶 Symptome nicht weiter nur „wegmachen“ wollen, sondern sich selbst fragen: Was will mir mein Körper damit sagen? Was ist die Botschaft hinter den Schmerzen?

🫶 Achtsamkeitsübungen und Meditation helfen dir, innere Spannungen besser wahrzunehmen.

🫶 Bewegung als Ventil nutzen: Sport und Yoga helfen dir, deine emotionalen Blockaden zu lösen.

 

  1. Innere Konflikte auflösen

🫶 Anstatt Widerstand gegen deine Gefühle aufzubauen, lerne, sie zu akzeptieren.

🫶 Unbewusste Muster hinterfragen: Warum reagiere ich in manchen Situationen immer wieder so? Woher kenne ich dieses Gefühl auch von früher?

🫶 Falls nötig, nimm bitte auch professionelle Unterstützung durch Psychotherapie oder Coaching in Anspruch. Manchmal kann man die Dinge auch nicht mit sich alleine ausmachen. Dann ist es sehr hilfreich eine liebevolle und stützende Begleitung zu haben.

 

Dein Körper ist dein Verbündeter – hör ihm zu!

Das Zusammenspiel aus Psychosomatik und Psychoanalyse zeigt uns, dass unser Körper und unsere Psyche keine getrennten Systeme sind. Ganz im Gegenteil! Sie sprechen ständig miteinander. Deshalb sind unsere Beschwerden in Wirklichkeiz auch nicht unser Feind, sondern ein Hinweis, dass etwas in unserem Inneren gesehen und verstanden werden möchte.

Anstatt unseren Körper nur als eine „funktionierende Maschine“ zu betrachten, die einfach unkompliziert das tun soll, was wir uns wünschen und eigentlich auch erwarten, können wir ihn als wertvollen Kompass nutzen. Denn je besser wir lernen, die Sprache unseres Körpers zu verstehen, desto gesünder und emotional freier können wir leben.
Denn hinter jedem Symptom versteckt sich eine Geschichte, die endlich von dir gehört werden will 🫶!