Eine Führungskraft zu sein, ist eine außergewöhnliche und extrem anspruchsvolle Aufgabe. Einerseits sind die hohen Anforderungen und der Erfolgsdruck von Unternehmensseite enorm hoch, andererseits tragen Führungskräfte auch für das Wohlergehen und die Motivation ihrer Mitarbeiter*innen die Verantwortung.

Diese Doppelrolle erfordert ein enormes Maß an Selbstdisziplin und ganz besonders auch an Selbstreflexion. Zudem ist die Vorbildwirkung einer Führungskraft niemals außer Acht zu lassen. Wie Sie selbst mit Ihrer Arbeit, den Herausforderungen und auch Problemen umgehen wird von Ihren Mitarbeit*innen ständig beobachtet und Verhaltensweisen werden übernommen.

Mitarbeiter wünschen sich von ihren Führungskräften auf der einen Seite klare Vorgaben und Spielregeln, auf der anderen Seite aber auch viel Verständnis, sowie Freiräume und Fürsorge. Eine ungeduldige, oder zu sehr kontrollierende Führungskraft wird von ihren Mitarbeitern nie dieselbe Anerkennung und Leistungsbereitschaft erhalten wie eine authentische Führungskraft die auch in schwierigen Situationen Ruhe und als Fels in der Brandung den Überblick bewahrt.
Um all‘ diesen Anforderungen als Führungskraft gerecht zu werden ist es unerlässlich sich der eigenen Muster und Schemata bewusst zu werden. Wobei das Erkennen derselben Zeit braucht und den uneingeschränkten Willen sich auf diesen Lernprozess einzulassen.

Was bedeuten die eigenen Schemata im Führungsverhalten?

Schemata und Modi sind Verhaltensweisen die wir uns schon als Kinder selbst „anlernen“. Um den Anforderungen, die an uns gestellt werden gerecht zu werden und ebenso um uns selbst zu beschützen. Nämlich immer dann, wenn unsere eigenen Bedürfnisse von außen nicht so erfüllt worden sind wie wir, das auf emotionaler Ebene, gebraucht hätten.

Wenn wir als Kinder zum Beispiel gelernt haben immer gute Leistung bringen zu müssen, um unsere Eltern stolz zu machen, definieren wir uns auch als Erwachsene sehr gerne über Leistung. Und messen an den eigenen Leistungsvorgaben auch die der anderen.
Was beispielsweise immer wieder zu Konflikten führen kann, wenn die eigenen Mitarbeiter*innen ein anderes Leistungsverständnis erlernt haben.

Für Führungskräfte, die Tag und Nacht erreichbar sind, am Wochenende Mails schreiben und beantworten und für die Überstunden gleich selbstverständlich sind wie eine 60h-Woche sind Mitarbeiter die um 17.00h das Handy ausschalten und auch am Wochenende die Mail vom Chef einfach nicht lesen, oder gar beantworten, eine große Herausforderung.

Diese Herausforderung erleben aber selbstverständlich beide Seiten. Auf unterschiedliche Art und Weise. Und beide reagieren unterschiedlich darauf. Nämlich aus den jeweils eigenen Schemata herausgetragen.

Und so passiert es immer wieder, dass die Führungskraft unbewusst aus dem autoritären Elter-Ich heraus agiert, was den Mitarbeiter ebenso unbewusst dazu veranlassen kann aus dem rebellischen Kinder-ich heraus zu reagieren.
Beide denken aber nach wie vor sich richtig zu verhalten und ich Recht zu sein. Und jeder sucht den Fehler im Verhalten des anderen.

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Bin ich im Kindergarten?

Eine Frage die sich Erwachsene in Unternehmen sehr häufig stellen. Warum? Ganz einfach…, weil wir uns alle unbewusst oft genau so verhalten.

Sobald wir in eine Situation geraten in der unser Gehirn auf eingelernte Schemata zurückgreift handeln wir nicht mehr aus dem eigenen Erwachsenen-Ich heraus. Wir springen dann sozusagen in unseren individuellen Bewältigungsmodus, um mit dieser Situation genauso umzugehen, wie wir es in unserer Kindheit gelernt haben. 
Dafür gibt es im Schemacoaching vordergründig zwei Möglichkeiten. Entweder versuchen wir die Situation zu vermeiden. Dann reagieren wir beispielsweise devot, angepasst. Wir versuchen hier den Konflikt, oder die für uns unangenehme Situation, zu vermeiden und es dem anderen recht zu machen. Umso das eigene Unwohlsein so bestmöglich zu umschiffen. Wir geben also nach und berücksichtigen unsere eigenen Bedürfnisse ob der Vermeidung nicht. Weil das eigene Bedürfnis nach Harmonie überwiegt.

Oder wir reagieren durch ein sogenanntes kompensiertes Verhalten. Wenn wir also beispielsweise persönlich angegriffen werden reagieren wir dem anderen gegenüber sehr abwertend und suchen den Fehler sofort beim Anderen. Ohne erst einmal darüber nachzudenken, wie es eigentlich wirklich dazu kam. Aus Angst persönlich angegriffen und von außen „klein“ gemacht zu werden, machen wir uns selbst viel größer als wir uns fühlen und erhöhen uns dadurch selbst. Wir versuchen extrem selbstbewusst zu wirken, ohne es wirklich zu sein.
 Diese Überkompensation, von der wir hier sprechen,ist ein Schutzmechanismus den wir vor unsere eigenen Unsicherheiten stellen. So kann sich jemand, der von seinem Naturell her eher introvertiert ist und es nicht mag vor vielen Menschen zu sprechen, dennoch, oder gerade deshalb, eine Aufgabe als Führungskraft suchen bei der er / sie ständig im Mittelpunkt steht und kommunikativ überzeugen muss. Diese Führungskraft schlüpft dann in eine selbst angelernte Rolle, von der sie glaubt, dass genau dieses Verhalten von ihr erwartet wird.

Solange sich das Verhalten der Führungskraft so gestaltet, dass die Mitarbeiter nicht darunter leiden müssen ist diesbezüglich auch alles in Ordnung. Dann ist es der individuelle Weg der Führungskraft, den an sie gestellten Aufgaben aus den eigenen, auf Überkompensation aufgebauten, Verhaltensmustern so gerecht zu werden.
Wenn das Verhalten aber Eigenschaften wie zu viel Kontrolle anderer, oder ein zu narzisstisches, rücksichtsloses Verhalten nach sich zieht muss die Führungskraft dringend lernen aus diesem Muster auszusteigen.

Prinzipiell sind unsere eigenen Bewältigungsstrategien keine authentische Dauerlösung, sondern lediglich ein Fluchtverhalten um mit unangenehmen Situationen, welche wir schon seit unserer frühen Kindheit kennen, umzugehen.

Mit einem Coaching können Sie schnell lernen aus diesen, Ihren, Mustern auszusteigen und fortan aus dem eigenen Erwachsenen-Ich heraus zu agieren.
Wir schauen uns gemeinsam an in welchen Situationen, welche Modi anspringen und warum. So erkennen Sie sehr rasch diese gar nicht mehr zu brauchen, sondern ganz natürlich und für alle Seiten achtsam und wertschätzend mit Ihren Aufgaben als Führungskraft umzugehen.

Was sind typische Schutzfunktionen und Bewältigungsstrategien?

Im Coaching kann sich das beispielsweise so äußern, dass eine Frage, mit welcher der Coachee sich nicht wohlfühlt, von ihm dahingehend abgetan wird, dass der Coachee sich der Situation durch eine Nebenhandlung ganz einfach entzieht. Indem er beispielsweise erst einmal ganz dringend seine E-Mails checken muss und nur noch auf’s Smartphone sieht. So also indirekt aus dem Coachingprozess aussteigt um sich aus dieser, für ihn unangenehmen, Situation selbst zu befreien und auszuweichen. Dadurch stellt er seine eigene Wichtigkeit als Führungskraft nach außen über die Wichtigkeit der an ihn gestellten Frage und die des Coaches.

Drei verschiedene Beispiele für Vermeidungs- und Kompensations-Strategien, die wir oftmals unbewusst nutzen, um Schemata zu umgehen:

  • Unterordnung, Erduldung, sich im vorauseilenden Gehorsam opfern, z. B. regelmäßige Übernahme von Überstunden, um Konflikte zu vermeiden
  • Gefühlsvermeidende Bewältigung durch Distanzierung, Selbstberuhigung (So schlimm ist das doch auch wieder nicht…), Selbstentwertung (Ich kann es einfach nicht…), sich der Leistungssituation entziehen, verbal-aggressives Erzwingen der Beendigung einer Diskussion
  • Selbsterhöhung & Narzissmus, verbale Abwertung anderer, zwanghaft perfektionistische Kontrolle, Vortäuschen von Leistung auf Kosten der Ideen anderer

Für wen ist das Coaching gedacht?

  • Für Führungskräfte, die authentisch und selbstbewusst führen wollen
  • Zur Stärkung und Identifikation der eigenen Führungsrolle
  • Zum Erkennen der eigenen, den Erfolg beirrenden, Verhaltensweisen
  • Zur Steuerung von Gruppenprozessen

Anwendungsgebiete für Schemacoaching-basierte Begleitung in Unternehmen:

  • Persönlichkeitsentwicklung
  • Rollendefinition von Führungskräften
  • Veränderungsprozesse in Unternehmen
  • Personalauswahl neuer Führungskräfte und Entscheidungsträger
  • Teamentwicklung
  • Konfliktmanagement
  • Übergabe von Familienunternehmen & Begleitung dynamischer Prozesse in Familienunternehmen

Kosten

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350 EUR
exkl. Ust.