Warum du wichtige Gespräche vermeidest, Dinge aufschiebst oder dir sogar leidenschaftlich gerne selbst im Weg stehst? Die Antwort auf diese Fragen liegt meist in unseren unbewussten Schutzmechanismen. Das sind sozusagen Strategien, die unsere Psyche entwickelt hat, um uns vor Schmerz, Angst oder Unsicherheit zu bewahren. Also besser gesagt sie abzuwehren.
Diese Mechanismen sind absolut clevere Lösungen unseres Unterbewusstseins. Sie helfen uns kurzfristig ganz großartig dabei, unangenehme Gefühle einfach zu umgehen und erst gar nicht an uns heranzulassen. Doch langfristig betrachtet können sie uns leider enorm blockieren und sogar unsere individuelle Entwicklung massiv hemmen. In diesem Beitrag erfährst du jetzt, welche Schutzmechanismen es gibt, wie sie dich sabotieren und wie du sie auflösen kannst.
Was sind Abwehrmechanismen?
Unsere Psyche hat von Beginn an ein tief verankertes Bedürfnis nach Sicherheit. Deshalb tut sie immer alles, um uns vor emotionalem Schmerz zu schützen – sei es vor Angst, Enttäuschung oder dem Gefühl der eigenen Unzulänglichkeit. Und um das zu erreichen, hat sie eine Art automatische Strategie entwickelt, die unangenehmen Gefühle von uns abwehren oder in unserer jeweiligen Wahrnehmung zu verzerren.
Diese Abwehrmechanismen laufen dabei meist völlig unbewusst ab. Wir merken davon gar nichts. Am allerwenigste, dass wir uns damit selbst sabotieren, weil unser Gehirn uns ja im Prinzip nur vorgaukelt, dass unser Verhalten in diesem Moment / in dieser Situation jetzt absolut logisch und richtig ist. Doch was uns kurzfristig eine Erleichterung bringt, kann uns langfristig in sehr ungesunden unbewussten Mustern festhalten.
Sechs besonders häufige Abwehrmechanismen – und wie sie dich beeinflussen können
Hier sind sieben ganz typische und zudem sehr weit verbreitete Schutzmechanismen, die wir unbewusst nutzen, um uns selbst zu beschützen:
- Verdrängung: Wenn Gefühle im Unterbewusstsein verschwinden
Wir schieben belastende Erinnerungen oder Gefühle einfach weg, als wären sie gar nicht da. Doch deshalb verschwinden diese natürlich nicht wirklich – sie wirken vielmehr im Hintergrund weiter und können sich mit der Zeit sogar in körperlichen Beschwerden oder unerklärlichen Ängsten zeigen. - Rationalisierung: Wenn Logik als Schutzschild dient
„Ich brauche keine Beziehung – ich bin glücklicher allein.“
Statt sich der eigenen Angst vor Nähe oder Verletzung zu stellen, suchen wir hier lieber rationale Erklärungen, um so schmerzhafte Emotionen erst gar nicht fühlen zu müssen. - Projektion: Wenn wir unsere eigenen Ängste auf andere übertragen
Wir schreiben anderen Menschen Eigenschaften zu, die wir an uns selbst nicht sehen wollen.
„Mein Kollege ist so arrogant!“ – Dabei könnte es aber sein, dass wir vielmehr selbst Angst davor haben, nicht gut genug zu sein. - Vermeidung: Wenn wir Herausforderungen aus dem Weg gehen
Wir meiden unangenehme Situationen, anstatt uns ihnen zu stellen.
Jemand, der Angst vor Ablehnung hat, vermeidet es stetig, neue Menschen kennenzulernen – und bestätigt damit unbewusst sein Gefühl, viel lieber alleine zu sein. - Perfektionismus: Wenn Kontrolle Sicherheit geben soll
Die Angst, Fehler zu machen, treibt uns dazu, immer alles perfekt machen zu wollen. Doch Perfektionismus ist oft nur eine Flucht vor dem Gefühl, nicht gut genug zu sein. - Regression: Wenn wir uns unter Druck kindlich verhalten
In Stresssituationen verfallen manche Menschen sehr schnell in alte, kindliche Verhaltensweisen. Sie werden unsicher, suchen übermäßig nach Bestätigungen von außen oder geben Verantwortung ab. Das Unterbewusstsein versucht hier, in eine Zeit zurückzukehren, in der andere für uns gesorgt haben.
Wie du deine Schutzmechanismen erkennst und auflöst
Schutzmechanismen sind nicht per se schlecht – sie aben uns in schwierigen Zeiten geholfen. Doch wenn sie uns heute blockieren, dürfen wir sie bewusst hinterfragen und neue Wege finden.
Schritt 1: Bewusstwerden – Erkenne deine Muster
Schritt 2: Gefühle zulassen – Dein Inneres heilen
Schritt 3: Neues Verhalten ausprobieren
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